Die nachfolgend geschilderten Begebenheiten sind wahr, oder sie könnten zumindest wahr sein. Die Geschichte dreht sich um einen regen Austausch von handschriftlichen Notizen zwischen dem Hotelpersonal und einem Gast, Ort des Geschehens ist London. Das Hotel leitete den Schriftwechsel an die Londoner Sunday Times weiter.
Dreh- u. Angelpunkt der Geschichte sind die kleinen Seifenstücke, die man in Hotelzimmern vorfindet, diejenigen, von denen uns Barry hin und wieder erzählt hat.
Ob diese Episode stimmt oder nicht, wir wissen es nicht. Der Name des Gasts wurde von der Zeitung mit S. Berman angegeben.
Wir haben uns die Freiheit genommen, einen anderen Namen einzusetzen, weil er so passend schien und sich geradezu aufdrängte.
Die Geschichte beginnt mit einer Nachricht des Gasts an das Zimmer-mädchen:
Liebes Zimmermädchen,
bitte legen Sie keine weiteren kleinen Seifenstücke in mein Badezimmer. Ich habe meine eigene Dial-Seife in Normalgröße mitgebracht.
Bitte entfernen Sie die sechs ungeöffneten Seifenstücke aus dem Regal unter dem Medizinschrank und drei weitere aus der Seifenablage in der Dusche. Sie sind mir im Weg. Danke
B. M.
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Lieber Gast von Zimmer 635,
ich bin nicht das zuständige Zimmermädchen. Dieses ist morgen, am Donnerstag, nach ihrem freien Tag zurück.
Ich habe die drei Seifenstücke aus der Seifenablage in der Dusche genommen, wie von Ihnen gewünscht. Die sechs Seifenstücke in ihrem Regal habe ich aus dem Weg geräumt und auf den Kleenextuch-Spender gelegt, falls Sie es sich doch noch anders überlegen.
Es bleiben dann nur die drei Seifenstücke übrig, die ich laut Anordnung des Managements täglich verteilen muß. Ich hoffe, daß Sie damit zufriedengestellt sind.
Kathy, Aushilfs-Zimmermädchen
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Liebes Zimmermädchen,
ich hoffe, Sie sind für mich zuständig! Offensichtlich hat Kathy Ihnen nichts von meinen Wünschen hinsichtlich der Seifenstücke gesagt.
Als ich heute auf mein Zimmer kam, habe ich entdeckt, daß Sie drei kleine Carmay-Seifenstücke in das Regal unter dem Medizinschrank gelegt haben.
Ich halte mich in diesem Hotel zwei Wochen lang auf und habe meine eigene Dial-Seife in Normalgröße mitgebracht und benötige daher die sechs kleinen Carmay-Seifenstücke in dem Regal nicht.
Sie stören mich beim Rasieren, beim Zähneputzen usw. Bitte nehmen Sie diese mit.
B. M.
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Lieber Mr. M.,
mein letzter freier Tag war Mittwoch, also hat die Aushilfe drei hotelübliche Seifenstücke verteilt, wie es vom Management angeordnet wird.
Ich habe die sechs Seifenstücke, die Ihnen im Weg waren, aus dem Regal entfernt und habe sie in die Seifenablage in der Dusche gelegt. Für den weiteren Gebrauch habe ich die Dial-Seife in den Medizinschrank gelegt.
Die drei zusätzlichen Seifenstücke, die für neue Gäste immer im Medizinschrank hinterlegt werden und gegen die Sie bei Ihrer Ankunft am Montag keine Einwände hatten, habe ich dort gelassen.
Bitte geben Sie mir Bescheid, wenn ich etwas für Sie tun kann.
zuständiges Zimmermädchen Dotty
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Lieber Mr. M.,
mein Stellvertreter, Mr. Kensedder, hat mich heute morgen darüber informiert, daß Sie ihn gestern abend gerufen haben, weil Sie mit dem Zimmer-Service unzufrieden sind. Ich habe infolgedessen den Service für Ihr Zimmer einem anderen Zimmermädchen unterstellt.
Ich hoffe, daß Sie meine Entschuldigung für die bisherigen Unannehmlichkeiten annehmen.
Sollten Sie Anlaß zu weiteren Beschwerden haben, verständigen Sie mich bitte, damit ich mich persönlich darum kümmern kann. Wählen Sie 1108 zwischen 8.00 - 17.00 Uhr. Danke.
Elaine Carmen, Leitung Zimmer-Servie
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Liebe Miss Carmen,
aufgrund meiner Termine ist es unmöglich, Sie telefonisch zu verständigen. Aus diesem Grund habe ich gestern abend Mr. Kensedder angerufen. Sie hatten bereits Dienstschluß.
Ich habe Mr. Kensedder nur gebeten, ob er bezüglich des Seifenproblems etwas für mich unternehmen könnte. Das neue Zimmermädchen, das Sie mir zugewiesen haben, muß davon ausgegangen sein, daß ich heute neu angekommen bin, denn sie hat drei weitere Seifenstücke in meinem Medizinschrank hinterlegt, zusammen mit der üblichen Tagesration von drei Seifenstücken im Badezimmer-Regal.
In nur fünf Tagen, haben sich hier bereits 24 kleine Seifenstücke angesammelt.
Warum tun Sie mir das an?
B. M.
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Lieber Mr. M.,
Das zuständige Zimmermädchen, Kathy, ist instruiert worden, keine weiteren Seifenstücke in Ihr Hotelzimmer zu legen und alle überflüssigen Seifenstücke zu entfernen.
Wenn ich Ihnen weiter behilflich sein kann, wählen Sie 1108 zwischen 8.00 - 17.00 Uhr. Danke
Elaine Carmen, Leitung Zimmer-Servie
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Lieber Mr. Kensedder,
meine Dial-Seife in Normalgröße ist verschwunden. Es wurden alle Seifenstücke aus meinem Zimmer entfernt, einschließlich meiner eigenen Dial-Seife.
Ich kam gestern abend zurück und mußte den Hotelpagen rufen, um mir vier kleine Cashmere Bouquets Seifenstücke zu besorgen.
B. M.
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Lieber Mr. M.,
Ich habe die Leiterin des Zimmer-Service, Elaine Carmen, über Ihr Seifen-problem informiert!
Ich verstehe nicht, warum sich in Ihrem Zimmer keine Seife befindet, denn unsere Zimmermädchen sind angewiesen, bei jedem Zimmer-Service drei Seifenstücke zu hinterlegen. Dieser Mangel wird umgehend behoben.
Bitte nehmen Sie meine Entschuldigung für Ihre Unannehmlichkeiten an.
Martin L. Kensedder, Stellvertretender Leiter, Zimmer-Service *****
Liebe Miss Carmen,
wer zum Teufel hat 54 kleine Carmay-Seifenstücke auf mein Zimmer gebracht?
Ich kam gestern abend zurück und fand 54 kleine Seifenstücke vor. Ich will keine 54 kleinen Carmey-Seifen. Ich will meine eigene verdammte Dial-Seife in Normalgröße.
Haben Sie sich bildlich vor Augen geführt, daß ich momentan 54 Seifen-stücke in meinem Zimmer habe? Alles was ich wirklich will, ist meine Dial-Seife in Normalgröße und sonst nichts.
Bitte geben Sie mir meine große Dial-Seife zurück!
B. M.
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Lieber Mr. M.,
Sie haben sich wegen zu vieler Seifenstücke in Ihrem Zimmer beschwert, also habe ich sie entfernen lassen. Anschließend beschweren Sie sich bei Mr. Kensedder darüber, daß all Ihre Seife fehle, also habe ich sie zurücklegen lassen.
Das sind also 24 Carmay-Seifen, die entfernt worden waren und die drei Carmays, die Ihnen normalerweise täglich zustehen. Ich weiß nichts über Ihre vier Cashmere Bouquets-Seifen. Offensichtlich war Ihr Zimmermädchen, Kathy, nicht über den Vorgang informiert und ersetzte ebenfalls 24 Carmay-Seifen plus die tägliche Ration von drei Carmays.
Ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, daß wir Dial-Seife verteilen würden!?
Es war mir möglich, eine Ivory-Seife in Normalgröße für Sie aufzutreiben und habe sie auf Ihr Zimmer bringen lassen.
Elaine Carmen, Leitung Zimmer-Servie
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Liebe Miss Carmen,
nur eine kurze Nachricht, um Sie über meinen aktuellen Seifenbestand aufzuklären.
Mit dem heutigen Tage verfüge ich über folgendes Sortiment:
- 18 Carmays, 4-stückweise in 4 Stößen und einem Stoß 2-stückweise gestapelt (im Regal unter dem Medizinschrank)
- 11 Carmays, 4-stückweise in 2 Stößen und einem Stoß 3-stückweise gestapelt (auf dem Kleenextuch-Spender)
- 3 Cashmere Bouquets auf einem Stoß, 4 Badezimmerseifen Ivory auf einem Stoß, und acht Carmays 4-stückweise in zwei Stößen gestapelt (auf der Schlafzimmer-Kommode)
- 6 Carmays, sehr feucht (in der Seifenablage der Dusche)
- 1 Cashmere Bouquet, leicht benutzt (an der nordöstlichen Ecke der Bade-wanne)
Bitte weisen Sie Kathy beim Aufräumen des Zimmers an, darauf zu achten, daß die Stöße fein säuberlich und akkurat aufgeschichtet sind und abge-staubt werden.
Bitte teilen Sie ihr weiterhin mit, daß Stöße mit einer Stapelhöhe von mehr als 4 Stück leicht umzukippen drohen.
Darf ich Ihnen außerdem vorschlagen, daß mein bisher unverstelltes Schlafzimmerfenster ein geeigneter Platz für die Ablage weiterer Seifenstücke ist.
Und noch ein Hinweis: ich habe mir noch eine Dial-Badezimmerseife in Normalgröße gekauft, die ich im Tresor des Hotels aufbewahren lasse, um weiteren Mißverständnissen vorzubeugen.